30.05. / Deutscher Kolonialismus.
Deutsche Expansionspolitik

Vortrag und Diskussion mit Dominik Koch

„Irgendwann zwischen 1500 und 1920″, so formuliert es der Historiker Jürgen Osterhammel in einem Einführungsbändchen zum Thema Kolonialismus, „geriet die Mehrzahl der Räume und Völker der Erde unter die zumindest nominelle Kontrolle von Europäern“. Als sich das erst 1871 gegründete deutsche Reich in diesen Wettkampf um territoriale und machtpolitische Expansion einschaltete, hatten andere europäische Großmächte einen Teil dieser Kolonien schon wieder eingebüßt; um die Aufrechterhaltung und Neuakquisition anderer Einflussgebiete wurde daher bisweilen umso nachhaltiger gekämpft.

Im Vortrag soll die Entstehung des deutschen Wunsches nach einem eigenen Kolonialreich, ausgehend von den zunächst bloß rhetorischen Eroberungsphantasien deutscher Dichter und Denker bis zur praktischen Umsetzung dieser Vorhaben im Rahmen der Beteiligung des Reichs am sogenannten „scramble for africa“, nachgezeichnet werden. Weiter soll versucht werden, die durchaus vorhandene Aktualität dieser kurzen zeithistorischen Epoche anhand einiger Beispiele zu zeigen, etwa an der Weigerung der Bundesregierung, Entschädigungszahlungen an die Hinterbliebenen der Herero und Nama zu entrichten, zweier Bevölkerungsgruppen, die im heutigen Namibia eines der ersten Opfer deutscher Kriegsführung im zwanzigsten Jahrhundert wurden. Indes wird die Erinnerung an deutsche „Kolonialabenteuer“ – nicht nur, aber auch in Münster – den heutigen Zeitgenossen vor allem durch fortbestehende Straßennamen oder Denkmäler aufrecht erhalten.
 

Der Referent Dominik Koch hat Geschichte und Philosophie an der Universität Duisburg-Essen studiert und beschäftigt sich unter anderem mit Fragen bezüglich des Verhältnisses zwischen kolonialer Metropole und Peripherie.
 

Eine Veranstaltung der linksorientierten Studierendeninitiative
mit freundlicher Unterstützung der ASten von Fachhochschule und Universität.

Donnerstag, 30.05.2013, 19:30 Uhr

 

04.06. / Freiheitsbegriff und ästhetische Erfahrung bei Adorno

Vortrag und Diskussion mit Dr. Gerhard Scheit

Adorno fügte dem Ausdruck Erfahrung ein Epitheton hinzu, das sie als unreglementierte oder ungegängelte charakterisiert. Es wird damit einerseits dem Kantschen Begriff als philosophischem Reglement des Intelligiblen widersprochen, andererseits der genau entgegengesetzten Vorstellung, wonach Erfahrung in Spontaneität aufginge, sodass sie kraft ihres Ursprungs im „Leibhaften“ gegenüber der Gängelung schon autonom wäre.
Dieser doppelte Widerspruch, der von seinen Adepten immer zugunsten einer Seite aufgelöst wird, ist Adornos Begriff von der Sache – während der Jargon, der ihn imitiert, Erfahrung durch Idiosynkrasien ersetzt, um letztlich, was zur Urteilskraft werden könnte, dem Reglement des Geschmacks, dem Feuilleton, oder der Gängelung als Therapie, der Sachbuch-Psychologie Marke Selbsterfahrung, anheimzugeben. So spontan sie sei, setzt Erfahrung im Unterschied zur Idiosynkrasie immer schon voraus, dass ein Bewusstsein, eine Freiheit, da sein muss, sie auch zu machen, und zwar im Angesicht des Reglements. Sie reflektiert damit contre cœur auf die „Vorgängigkeit der von den einzelnen Menschen und ihrem Verhältnis abgelösten, abstrakt rationalen Beziehungen, die am Tausch ihr Modell haben“.
 

Zum Referenten: Gerhard Scheit, Dr. phil., lebt als freier Autor in Wien; studierte Musik, Philosophie und Theaterwissenschaft in Wien und Berlin. Arbeiten zur Kritischen Theorie, über den Souverän und die Ästhetik in der Moderne; Mitherausgeber der Jean Améry Werkausgabe und der Zeitschrift sans phrase. Bücher u. a.: Verborgener Staat, lebendiges Geld. Zur Dramaturgie des Antisemitismus (1999); Suicide Attack. Zur Kritik der politischen Gewalt (2004); Quälbarer Leib. Kritik der Gesellschaft nach Adorno (2011).
 

Eine Veranstaltung des AK Kritische Theorie in der Reihe
Engagement / Désengagement” mit freundlicher Unterstützung der Studierendenschaft der Universität und des AStA der FH.

Dienstag, 04.06.2013, 19:30 Uhr

 

07./08.06. White Awareness Workshop

mit Juliane Juergensohn und Daniel Bendix (glokal e.V.)

In unserer Sozialisation werden wir tagtäglich (z.B. durch die Medien oder in der Schule oder Universität) mit Rassismus konfrontiert. Wir wachsen mit rassistischen Bildern und Botschaften auf und sind uns oft nicht bewusst, was dies für unser Selbstbild als weiße Personen bedeutet. Doch was meint eigentlich weiß sein? Und was sind weiße Privilegien/Bevorteilungen? Wie profitieren wir als Weiße von rassistischen Strukturen in unserem Alltag und woher kommen sie historisch gesehen? Wann verhalte ich mich selbst rassistisch, ohne mir dessen bewusst zu sein und welche Handlungsoptionen habe ich?

Diesen und anderen Fragen soll im Laufe des Workshops zusammen mit den TeamerInnen Daniel Bendix und Juliane Juergensohn von glokal e.V. nachgegangen werden. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Bereitschaft und Offenheit, eigene Denk- und Handlungsmuster in Frage zu stellen. Außerdem ist die Teilnahme an beiden Tagen erforderlich.
 

Teilnahmebeitrag: 10€ für beide Tage
Anmeldung: asta.hopodi@uni-muenster.de
Semiarzeiten: 07. Juni, 14-20 Uhr; 08. Juni, 11-17 Uhr.
 

Eine Veranstaltung des AStA der Universität in Kooperation mit
dem Integrationsrat der Stadt Münster. Gefördert vom Internationalen
Zentrum - Die Brücke
und der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW
.

Freitag/Samstag, 07./08.06.2013

 

Regelmäßig im Club Courage: Cocktail-Lounge

 
 

Entspannte Musik und klassische Drinks
– auch ohne Alkohol und/oder vegan –
jeden 2. Freitag/Monat ab 20:30 Uhr

 

 

Regelmäßig im Club Courage: Vingheesession


Immer wiede neue kleine aber feine Acts und im Anschluss können die Tiefen der Improvisation gemeinsam erkundet werden.

jeden letzten Samstag/Monat ab 21 Uhr
 
 

Regelmäßig im Club Courage: Vegan Brunch

Den Sonntag Morgen - Mittag in netter Gesellschaft bei leckerem Essen verbringen.
Jede_r bringt etwas mit, eine große Auswahl veganer Köstlichkeiten ensteht.

immer am 1. Sonntag/Monat ab 11 Uhr.

 

Privatpartys im Club Courage

Du suchst eine nette + preiswerte Location für eine private Fete in Münster-City? Dann bist Du bei uns genau an der richtigen Adresse! Wir vergeben unseren ca. 80 qm großen Caféraum (mit Musik- und Lichtanlage, Couches, Kickertisch u. v. m.) an Samstagen zu günstigen Konditionen.
Interesse? Mail an vermietung@clubcourage.de.

 

Club Courage?


Der Club Courage ist ein offenes, vollständig selbstverwaltetes Zentrum für Jugend, Kultur, Umwelt und Politik in Mauritz-West (Münster). Es lebt von kreativem Input und freiwilliger Unterstützung.

 

Seit Juli 2005 finden im Club Courage Kulturveranstaltungen (Konzerte, Partys, Lesungen etc.) statt, die zu 99% keinen Eintritt kosten. Außerdem gehören politische Diskussionsveranstaltungen und Seminare zu verschiedensten Themen ebenso zum Programm, wie regelmäßige Termine, die zum Verweilen und zum Austausch einladen.

Es geht nicht nur darum, unabhängig von bestehenden Institutionen eigene Akzente zu setzen, sondern dies auch unkommerziell, selbstorganisiert, basisdemokratisch und mit einem offenen Charakter zu realisieren.

Der Club Courage bietet zudem Raum und Infrastruktur, die auch für Treffen und Veranstaltungen diverser kultureller und politischer (Jugend-)Gruppen offen stehen.

Deshalb sind wir auf dich angewiesen!
Wenn Du eigene Veranstaltungsideen einbringen und umsetzen möchtest, bei unserem Projekt mitmischen magst, an der Gestaltung des Programms mitwirken willst, oder einen Raum für deine Ideen suchst, dann melde dich bei uns unter info@clubcourage.de – oder komm’ einfach mal vorbei.

 

Club Courage steht auf eigenen Beinen - Kooperation mit dem Verein zur Förderung der Jugendkultur und Umweltbildung e.V.

Seit Sommer 2005 existiert im Hinterhof der Friedensstraße 42 der „Club Courage“. Junge Leute zwischen 16 und 25 organisierten hier, durch Projektgelder der Europäischen Union unterstützt, ein selbstverwaltetes Jugend- und Kulturzentrum. Das Ziel: Soziale und wirtschaftliche Ausgrenzung von Jugendlichen durch eigenes Engagement überwinden. Mit viel Idealismus, viel Elan und viel ehrenamtlicher Arbeit konnten so im Laufe des vergangenen Jahres über 40 Veranstaltungen durchgeführt werden – von Elektro-, Rock- und Countrykonzerten über Kabarett, Theater, Lesungen, Diskussionsveranstaltungen, Seminaren bis zu Partys u.v.m. –, die bis auf wenige Ausnahmen keinen Eintritt kosteten; geöffnet wurde jeden Freitag ab 21 Uhr.

Die Fördergelder der EU sind zum 1. Juli 2006 ausgelaufen – nun wollen die Jugendlichen vom „Club Courage“ und der VFJU e.V. das Projekt auch ohne EU-Unterstützung weiterentwickeln. Hierzu hoffen beide auf aktive Unterstützung aus der Münsteraner Bürgerschaft.

Die Sprecherin des EU-Projekts Club Courage: „Uns ist es gelungen, im vergangenen Jahr ein eigenes Kultur- und Freizeitangebot auf die Beine zu stellen, das junge Menschen, unabhängig von sozialer und kultureller Herkunft, aktiv mitgestalten können. Nach dem Auslaufen der öffentlichen Fördergelder müssen wir nun auf eigenen Beinen stehen. Der VFJU e.V. hat sich dazu angeboten, das Projekt unter seinem Dach fortzusetzen. Nun müssen wir uns gemeinsam um eine solide finanzielle Grundlage bemühen.“

Ein Sprecher des VFJU e.V.: „Für unseren Verein war es eine Selbstverständlichkeit, daß wir das Engagement der jungen Leute des ‚Club Courage’ aktiv unterstützen. Mit dem Auslaufen der EU-Gelder wird der ‚Club Courage’ unter dem Dach des VFJU e.V. fortgeführt und weiterentwickelt. Dies fordert dem VFJU einiges ab – vor allem in finanzieller Hinsicht. Bislang konnten wir unsere Ausgaben v. a. über die Beiträge unserer aktiven Mitglieder bestreiten. Mit der Erweiterung unserer Aktivitäten – der Fortführung des ‚Club Courage’ – wird dies bei weitem nicht mehr ausreichen.“

Eine Sprecherin des Club Courage: „Bei der zukünftigen Finanzierung des ‚Club Courage’ werden Fördermitgliedschaften eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen. Durch einen geringen Beitrag kann man so aktiv zur Weiterentwicklung unseres Projekts beitragen.“

Der VFJU e.V. sieht den ‚Club Courage’ nicht nur als eine ambitionierte jugendkulturelle Initiative, sondern auch als wichtiges Instrument der Prävention gegen rechtsradikale Bestrebungen. Der Vorstand des VFJU dazu: „Die Erfahrung aus den neuen Bundesländern lehrt, daß eine lebhafte, unabhängige jugendkulturelle Szene den rechten Rattenfängern, die vermehrt auf Musik zur Verbreitung von NS-Ideologien setzen, das Wasser abgräbt. So sind auch gesellschaftspolitisch die Aktivitäten des ‚Club Courage’ von kaum zu unterschätzender Bedeutung.“

Wer Fördermitglied werden möchte, kann beide Initiativen per E-Mail (vorstand@clubcourage.de) kontaktieren und einen Dauerauftrag auf das Konto des VFJU e.V. (Konto-Nr. 394916, BLZ: 40050150, SPK Münsterland-Ost) einrichten. Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt, daher sind Spenden und Fördermitgliedschaften steuerlich absetzbar.